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Glossary

Crisis Preparedness & Emergency Planning A to Z

Crisis preparedness has its own language: BBK, MoWaS, KRITIS, Cell Broadcast, Bug-Out-Bag. This glossary explains the key terms around crisis preparedness, emergency planning and civil protection in Germany: short, factual, everyday-friendly. Entries remain in German because the terminology is German agency vocabulary.

  • BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)

    Das BBK ist die zuständige Bundesoberbehörde für Bevölkerungsschutz in Deutschland mit Sitz in Bonn. Es betreibt das Modulare Warnsystem MoWaS, gibt die offiziellen Empfehlungen zur Selbstvorsorge heraus (z. B. den 10-Tage-Vorrat) und veröffentlicht die kostenlose Warn-App NINA. Im Krisenfall koordiniert das BBK das Zusammenspiel zwischen Bund, Ländern und Hilfsorganisationen.

    Im Alltag relevant, weil fast alle seriösen Vorsorge-Empfehlungen in Deutschland vom BBK stammen oder darauf aufbauen.

    Related BevölkerungsschutzNINAMoWaSNotvorrat

  • Bevölkerungsschutz

    Bevölkerungsschutz ist der Oberbegriff für alle Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Deutschland – sowohl im Frieden (Katastrophenschutz, Aufgabe der Länder) als auch im Verteidigungsfall (Zivilschutz, Aufgabe des Bundes). Er umfasst Vorbeugung, Warnung, Hilfe und Wiederaufbau.

    Wichtig: Bevölkerungsschutz ist nicht dasselbe wie Katastrophenschutz – Katastrophenschutz ist ein Teil davon.

    Related KatastrophenschutzZivilschutzBBK

  • Blackout

    Ein Blackout ist ein großflächiger, länger andauernder Stromausfall, der mehrere Bundesländer oder Staaten betreffen und Tage bis Wochen dauern kann – Auslöser sind meist kaskadenartige Netzstörungen, Cyberangriffe oder extreme Wetterereignisse. Im Unterschied zum lokalen Stromausfall fallen bei einem Blackout auch Mobilfunk, Tankstellen, Bezahlsysteme und Wasserversorgung schrittweise aus.

    Realistisch vorbereitet bedeutet: 10 Tage Vorrat, batteriebetriebenes Radio, Bargeld, ein Notfallplan für die Familie.

    Related StromausfallKRITISNotvorratKurbelradio

  • Bug-Out-Bag

    Englischer Begriff aus der Prepper-Szene für einen vorgepackten Rucksack, mit dem man die eigene Wohnung im Notfall innerhalb weniger Minuten verlassen kann. Im deutschsprachigen Raum gebräuchlicher: Notfallrucksack oder Fluchtrucksack. Inhalt typischerweise für 72 Stunden Autarkie ausgelegt.

    Related NotfallrucksackEDCEvakuierung

  • Cell Broadcast

    Cell Broadcast ist ein Warnverfahren, bei dem amtliche Meldungen wie eine Massen-SMS automatisch an alle Mobiltelefone in einer bestimmten Funkzelle gesendet werden – ohne Anmeldung, ohne App. In Deutschland seit Februar 2023 produktiv. Eine eingehende Warnung umgeht den Stummmodus und erscheint mit lautem Signalton.

    Cell Broadcast ergänzt NINA und KATWARN, ersetzt sie aber nicht: Die Apps liefern detailliertere Informationen und Handlungsempfehlungen.

    Related NINAMoWaSSirenenwarnung

  • Cyberangriff (auf kritische Infrastruktur)

    Gezielter Angriff auf die IT-Systeme von Energieversorgern, Krankenhäusern, Behörden, Banken oder Wasserwerken – mit dem Ziel, Dienste zu stören oder Daten zu erpressen. Folgen können von Bezahlsystem-Ausfällen über Krankenhaus-Notbetrieb bis zu regionalen Stromausfällen reichen.

    Für Privatpersonen bedeutet Cyberangriffe-Vorsorge vor allem: Bargeldreserve, Offline-Kopien wichtiger Dokumente, Vorrat unabhängig von Lieferketten.

    Related KRITISBlackoutDokumentenmappe

  • DE-Alert / EU-Alert

    Sammelbegriff für die nationalen Cell-Broadcast-Warnsysteme nach EU-Vorgabe (Art. 110 EECC). DE-Alert ist die deutsche Umsetzung und seit 2023 aktiv. Alle EU-Mitgliedstaaten müssen ein vergleichbares System betreiben – nützlich auf Reisen, da auch Touristen automatisch gewarnt werden.

    Related Cell BroadcastNINA

  • Dokumentenmappe (Notfallmappe)

    Eine Dokumentenmappe bündelt Kopien der wichtigsten persönlichen Unterlagen an einem schnell greifbaren Ort: Personalausweis, Geburtsurkunden, Versicherungspolicen, Impfpass, Eigentumsnachweise, Patientenverfügung, Notfallkontakte. Empfohlen werden je eine physische und eine verschlüsselte digitale Kopie (z. B. auf einem USB-Stick).

    Im Evakuierungsfall ist die Mappe das, was du als Allererstes greifst – noch vor dem Notfallrucksack.

    Related EvakuierungNotfallrucksackNotfallplan

  • EDC (Everyday Carry)

    Everyday Carry bezeichnet die Gegenstände, die du jeden Tag bei dir trägst – meist ein Mini-Set aus Taschenlampe, Multitool, kleinem Erste-Hilfe-Pack, Powerbank und Bargeld. EDC ist die kleinste Stufe der Vorsorge: Es geht nicht um Survival, sondern um Alltagsresilienz.

    Related Bug-Out-BagResilienz

  • Eiserne Reserve

    Klassischer deutscher Begriff für einen unangetasteten Grundvorrat an haltbaren Lebensmitteln und Wasser, der nur im Notfall geöffnet wird. Heute meist abgelöst durch das Konzept des rollierenden Notvorrats, bei dem ältere Bestände regelmäßig in den Alltag aufgenommen und ersetzt werden.

    Related NotvorratWasservorrat

  • Erste Hilfe

    Erste Hilfe umfasst alle Sofortmaßnahmen, die ein Laie am Unfallort leisten kann, bis professionelle Hilfe eintrifft – von der stabilen Seitenlage über Druckverbände bis zur Wiederbelebung. In Deutschland ist Erste Hilfe gesetzlich verpflichtend (§ 323c StGB: unterlassene Hilfeleistung).

    Empfohlen wird ein Auffrischungskurs alle 2–3 Jahre. Ein DIN 13164-Verbandkasten gehört in jedes Auto, ein DIN 13157-Set in jeden Haushalt.

    Related Notruf 110 / 112Notfallrucksack

  • Evakuierung

    Evakuierung ist die geordnete vorübergehende oder dauerhafte Verlegung von Menschen aus einem Gefahrenbereich – angeordnet durch Polizei, Feuerwehr oder Katastrophenschutzbehörden. Anlässe reichen von Bombenfunden über Hochwasser bis zu Bränden in der Nachbarschaft.

    Gut vorbereitet: Notfallrucksack griffbereit, Dokumentenmappe gepackt, Familientreffpunkt vereinbart, Haustiere mitgedacht.

    Related NotfallrucksackFamilientreffpunktDokumentenmappe

  • Familientreffpunkt

    Ein Familientreffpunkt ist ein vorab vereinbarter Ort, an dem sich Familienmitglieder im Notfall sammeln, wenn die Wohnung nicht erreichbar oder Kommunikation nicht möglich ist. Best Practice: zwei Treffpunkte – einer in der Nähe (z. B. Spielplatz um die Ecke), einer außerhalb des Wohnviertels (z. B. bei Verwandten).

    Das Konzept funktioniert nur, wenn alle Familienmitglieder – auch Kinder – den Ort kennen und im Idealfall einmal hingelaufen sind.

    Related NotfallplanKommunikationsplanEvakuierung

  • Fluchtrucksack

    Synonym zu Notfallrucksack und Bug-Out-Bag. Bezeichnet einen vorgepackten Rucksack, der eine Person im Evakuierungsfall mindestens 72 Stunden autark hält.

    Related NotfallrucksackBug-Out-Bag

  • Hitzewelle

    Eine Hitzewelle ist nach Definition des Deutschen Wetterdienstes eine Periode von mindestens drei Tagen mit gefühlter Temperatur über 32 °C. Hitzewellen sind in Deutschland inzwischen die tödlichste Wetterlage – besonders gefährdet sind Senioren, Kleinkinder, chronisch Kranke.

    Vorsorge bedeutet hier weniger Material, mehr Verhalten: Wasservorrat erhöhen, Wohnung kühl halten (frühmorgens lüften, tagsüber abdunkeln), Hitzewarnungen abonnieren, ältere Nachbarn im Blick behalten.

    Related WasservorratNINA

  • Hochwasser

    Hochwasser entsteht durch Starkregen, Schneeschmelze, Sturmfluten oder Deichbrüche. In Deutschland eine der häufigsten Naturgefahren, mit Schwerpunkten an Rhein, Elbe, Donau, Ahr und an Nord-/Ostseeküsten. Bei Sturzfluten (Flash Floods) bleiben oft nur Minuten Reaktionszeit.

    Vorsorge: Hochwasserzonen-Karte des eigenen Wohnorts kennen, Versicherungsschutz prüfen (Elementarschadenversicherung), Sandsäcke und Tauchpumpe für Hausbesitzer, Evakuierungsplan für Bewohner gefährdeter Gebiete.

    Related EvakuierungNINARisikoanalyse

  • Iodtabletten (Kaliumiodid)

    Iodtabletten enthalten hochdosiertes Kaliumiodid. Im Falle eines kerntechnischen Unfalls mit Freisetzung radioaktiven Jods sättigen sie die Schilddrüse und verhindern, dass radioaktives Jod aufgenommen wird (Iodblockade). Die Einnahme erfolgt nur auf behördliche Anordnung – nicht prophylaktisch.

    In Deutschland werden Iodtabletten im Ernstfall durch Bund und Länder verteilt; eine private Bevorratung ist nicht erforderlich und in falscher Dosierung gesundheitsschädlich.

    Related BevölkerungsschutzBBK

  • Katastrophenschutz

    Katastrophenschutz ist der Teil des Bevölkerungsschutzes, der friedensbedingte Großschadenslagen abdeckt – Hochwasser, Großbrände, Pandemien, Industrieunfälle. Zuständig sind die Bundesländer und Kommunen, getragen von Berufsfeuerwehren, THW, DRK, ASB, Johannitern, Maltesern und Freiwilligen.

    Related BevölkerungsschutzZivilschutzTHW

  • KATWARN

    KATWARN ist eine kostenlose Warn-App, ursprünglich von der Versicherungswirtschaft entwickelt, heute parallel zu NINA im Einsatz. Sie verteilt Warnungen aus MoWaS sowie regionale Meldungen einzelner Kommunen, die NINA nicht abdeckt.

    Empfehlung: NINA und KATWARN gemeinsam installieren – sie überschneiden sich, ergänzen sich aber auch.

    Related NINAMoWaSCell Broadcast

  • Kommunikationsplan

    Ein Kommunikationsplan legt fest, wer wen im Notfall wie erreicht, wenn Mobilfunk oder Strom ausfallen: zentraler Ansprechpartner außerhalb der Region, alternative Kommunikationswege (SMS statt Anruf, Funk, persönlicher Kontakt), Notfallkontakte auf Papier. Besonders wichtig für Familien mit Kindern, getrennt arbeitenden Partnern oder pflegebedürftigen Angehörigen.

    Related FamilientreffpunktNotfallplanBlackout

  • KRITIS (Kritische Infrastruktur)

    KRITIS bezeichnet Einrichtungen mit besonderer Bedeutung für das Gemeinwesen, deren Ausfall zu Versorgungsengpässen oder Gefährdungen führt: Energie, Wasser, Ernährung, IT/Telekommunikation, Gesundheit, Finanzwesen, Verkehr, Medien, Staat. Betreiber unterliegen seit 2015 dem IT-Sicherheitsgesetz und seit 2024 der NIS2-Richtlinie der EU.

    Für Privatpersonen ist KRITIS-Verständnis wichtig, weil ein Ausfall einer einzelnen KRITIS-Branche – etwa Stromnetz – kaskadierende Effekte auf alle anderen hat.

    Related BlackoutCyberangriffBevölkerungsschutz

  • Krisenvorsorge

    Krisenvorsorge ist die strukturierte, langfristige Vorbereitung auf Stör- und Notfälle, die den Alltag unterbrechen – vom mehrtägigen Stromausfall über Hochwasser bis zur Pandemie. Sie umfasst Vorräte, Notfallpläne, Risikoanalyse, Wissen und das Üben einfacher Routinen.

    Anders als „Prepping" ist Krisenvorsorge in Deutschland behördlich empfohlen: Das BBK rät jedem Haushalt zu einem 10-Tage-Vorrat und einem Notfallplan. Krisenvorsorge ist also kein Hobby, sondern Teil normaler Haushaltsführung.

    Related NotvorratNotfallplanPreppingResilienz

  • Kurbelradio / Notfallradio

    Ein Kurbelradio funktioniert ohne externen Strom – Energie wird durch eine Handkurbel oder Solarzelle erzeugt. Moderne Geräte unterstützen DAB+ und UKW, viele integrieren Taschenlampe, USB-Ladeport und SOS-Signal.

    Im Blackout-Fall ist das Kurbelradio oft die einzige Möglichkeit, offizielle Lagemeldungen zu empfangen. UKW bleibt nach BBK-Empfehlung weiterhin Pflicht, weil DAB+-Sendebetrieb in einigen Krisenszenarien priorisiert ausfallen kann.

    Related BlackoutStromausfallNotfallrucksack

  • Lautsprecherdurchsage

    Mobile Lautsprecherdurchsagen von Polizei, Feuerwehr oder Katastrophenschutz sind das letzte Glied der Warnkette – eingesetzt, wenn Sirenen, Cell Broadcast und Apps eine Bevölkerung nicht erreichen oder eine sehr lokale Warnung nötig ist. Anweisungen einer Lautsprecherdurchsage haben rechtlichen Verbindlichkeitsrang einer behördlichen Anordnung.

    Related SirenenwarnungMoWaS

  • MoWaS (Modulares Warnsystem)

    Das Modulare Warnsystem MoWaS ist die zentrale technische Plattform des Bundes zur Warnung der Bevölkerung. Über MoWaS werden Meldungen von Bund, Ländern und autorisierten Behörden gleichzeitig an alle angeschlossenen Kanäle ausgespielt: NINA, KATWARN, Cell Broadcast, Rundfunk, Sirenen, Anzeigetafeln.

    Praktisch heißt das: Eine einzelne MoWaS-Meldung erreicht dich auf allen Wegen – das ist beabsichtigte Redundanz.

    Related NINACell BroadcastSirenenwarnungBBK

  • NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App)

    NINA ist die offizielle Warn-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Sie liefert standortbasiert Warnungen aus MoWaS – Hochwasser, Unwetter, Großschadenslagen, Bombenentschärfungen, Stromausfälle, Pandemien – sowie Hinweise zum richtigen Verhalten. Die App ist kostenlos für iOS und Android verfügbar und werbefrei.

    NINA ist die zuverlässigste Einzelquelle für amtliche Warnungen in Deutschland. Preplify integriert NINA-Warnungen direkt, ergänzt sie aber um persönliche Handlungsempfehlungen.

    Related BBKMoWaSKATWARNCell Broadcast

  • Notfallplan

    Ein Notfallplan ist eine schriftlich fixierte Anleitung, wie ein Haushalt oder eine Person in definierten Krisenszenarien vorgeht: wer was tut, wer wen anruft, wo man sich trifft, was mitgenommen wird. Ein guter Notfallplan ist kurz, ausgedruckt, allen Beteiligten bekannt und mindestens einmal jährlich geübt.

    Komplexität ist hier kein Vorteil. Ein Plan, der auf eine A4-Seite passt, wird im Ernstfall benutzt – ein 12-seitiges Dokument nicht.

    Related NotfallrucksackFamilientreffpunktKommunikationsplanEvakuierung

  • Notfallrucksack

    Der Notfallrucksack – auch Fluchtrucksack oder Bug-Out-Bag – ist ein vorgepackter Rucksack, mit dem du die Wohnung im Evakuierungsfall innerhalb weniger Minuten verlassen kannst. Ziel: 72 Stunden Autarkie.

    Standort: griffbereit nahe der Wohnungstür, nicht im Keller.

    KategorieInhalt (Beispiel)
    DokumenteKopie Personalausweis, Versicherungen, Notfallkontakte
    Wasser & Nahrung2 Liter Wasser, Energieriegel, Trockenfutter für 3 Tage
    Wärme & SchutzRettungsdecke, Wechselwäsche, Regenponcho
    Licht & EnergieStirnlampe, Powerbank, Kurbelradio
    Erste HilfeDIN-Set, persönliche Medikamente (mind. 7 Tage)
    WerkzeugMultitool, Feuerzeug, Klebeband, Trillerpfeife
    HygieneZahnbürste, Toilettenpapier, Desinfektion
    BargeldMind. 200 € in kleinen Scheinen und Münzen

    Related Bug-Out-BagFluchtrucksackEvakuierungDokumentenmappe

  • Notruf (110 / 112)

    Die 112 ist die einheitliche europäische Notrufnummer für Feuerwehr und Rettungsdienst – in allen EU-Staaten kostenlos und ohne Vorwahl erreichbar, auch ohne Guthaben und ohne SIM-Karte. Die 110 ist die Polizei-Notrufnummer in Deutschland und Österreich. Beide funktionieren auch bei gesperrten Mobiltelefonen.

    Beim Notruf gelten die fünf W: Wo ist es passiert, was ist passiert, wie viele Verletzte, welche Verletzungen, warten auf Rückfragen.

    Related Erste HilfeNotfallplan

  • Notstromaggregat

    Ein Notstromaggregat erzeugt mit einem Verbrennungsmotor (meist Benzin, Diesel oder Gas) elektrischen Strom – typischerweise 1–10 kW für Privathaushalte. Im Vergleich zu einer Powerstation deutlich leistungsfähiger, aber laut, schadstoffemittierend und auf Brennstoffvorrat angewiesen.

    Wichtig: Aggregate dürfen niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden (Kohlenmonoxid-Vergiftung). Für die meisten Wohnsituationen ist eine kleinere Powerstation die praxistauglichere Lösung.

    Related PowerstationBlackoutStromausfall

  • Notvorrat

    Der Notvorrat ist der haushaltsübliche Lebensmittel- und Getränkevorrat, der dich für mindestens 10 Tage unabhängig von Geschäften, Lieferketten und externer Hilfe macht – das ist die offizielle BBK-Empfehlung. Er wird rollierend genutzt: Du kaufst, was du isst – und isst, was du gekauft hast.

    KategorieMenge pro Person für 10 Tage
    Trinkwasser20 Liter (2 l/Tag)
    Getreide, Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln3,5 kg
    Gemüse, Hülsenfrüchte (Konserven)4 kg
    Obst, Nüsse2,5 kg
    Milch, Milchprodukte (haltbar)2,5 kg
    Fisch, Fleisch, Eier (Konserven)1,5 kg
    Fette, Öle0,4 kg
    Sonstiges (Zucker, Salz, Honig, Fertigprodukte)nach Bedarf

    Related WasservorratEiserne ReserveKrisenvorsorge

  • Pandemie

    Eine Pandemie ist eine Epidemie, die sich über Länder und Kontinente ausbreitet. Vorsorge bedeutet hier weniger Hamsterkäufe als vielmehr: laufender Hygienevorrat (Seife, Desinfektionsmittel, FFP2-Masken), Medikamentenvorrat für 14 Tage, Plan für Home-Schooling und Home-Office, Risikokommunikation in der Familie.

    Die wichtigste Lehre aus COVID-19: Der reguläre 10-Tage-Vorrat reicht für die ersten Versorgungsengpässe – Panik-Hamstern nicht.

    Related NotvorratResilienzBBK

  • Powerstation (vs. Powerbank)

    Eine Powerstation ist ein tragbarer Akkuspeicher mit 200–3.000 Wh Kapazität und 230-V-Steckdose – stark genug, um Kühlschrank, Laptop, Lampe oder Heizdecke mehrere Stunden zu betreiben. Eine Powerbank dagegen ist deutlich kleiner (10–30 Wh), liefert nur USB-Spannung und reicht primär für Smartphones.

    Für ernsthafte Stromausfall-Vorsorge ist eine Powerstation mit Solarpanel sinnvoll; eine Powerbank ist EDC.

    Related NotstromaggregatEDCBlackout

  • Prepping / Prepper

    Prepping (von engl. to prepare) ist die zugespitzte, oft hobby- oder szeneartig betriebene Form der Krisenvorsorge mit Fokus auf längere Selbstversorgung, Survival-Skills und teils extreme Szenarien. Prepper identifizieren sich häufig über Communitys, Ausrüstung und Übungen.

    Wichtig zur Einordnung: Krisenvorsorge nach BBK-Empfehlung ist nicht Prepping. Wer einen 10-Tage-Vorrat hält, ist kein Prepper – sondern ein verantwortungsvoller Haushalt. Preplify deckt die behördlich empfohlene, alltagstaugliche Stufe ab, nicht die Bunker-Variante.

    Related KrisenvorsorgeBug-Out-BagEDC

  • Resilienz

    Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Menschen, einer Familie oder eines Systems, Krisen ohne dauerhaften Schaden zu überstehen und sich anzupassen. In der Vorsorge umfasst Resilienz drei Ebenen: materielle (Vorrat, Ausrüstung), organisatorische (Plan, Kontakte) und psychische (Ruhe, Routine, Selbstvertrauen).

    Materielle Vorsorge ohne mentale Vorbereitung greift im Ernstfall zu kurz – und umgekehrt.

    Related SelbsthilfefähigkeitKrisenvorsorge

  • Risikoanalyse / Risikoprofil

    Eine Risikoanalyse ist die strukturierte Bewertung, welche Szenarien für deine konkrete Lebenssituation realistisch sind – abhängig von Wohnort (Hochwasserzone, Industrieanlagen in der Nähe), Wohnform (Etage, Land, Stadt), Haushalt (Kinder, Pflegefälle, Haustiere), Gesundheit und Mobilität. Ergebnis ist ein Risikoprofil: eine priorisierte Liste relevanter Risiken, die deine Vorsorge-Schwerpunkte bestimmt.

    Generische Vorsorge-Listen aus dem Internet ignorieren genau diesen Schritt – und produzieren oft Fehlinvestitionen.

    Related KrisenvorsorgeNotfallplan

  • Selbsthilfefähigkeit

    Selbsthilfefähigkeit ist der zentrale Begriff des deutschen Bevölkerungsschutzes für die Fähigkeit eines Haushalts, sich in den ersten Stunden bis Tagen einer Krise selbst zu versorgen, bevor staatliche Hilfe greift. Das BBK rechnet mit bis zu 72 Stunden Eigenversorgung als Mindeststandard, empfiehlt aber 10 Tage.

    Selbsthilfefähigkeit entlastet zugleich Rettungsdienste – jede Person, die sich selbst hilft, ist eine, um die sich Profis nicht kümmern müssen.

    Related KrisenvorsorgeResilienzNotvorrat

  • Sirenenwarnung

    Sirenen sind das älteste und wettestbewährte Warnmittel: sie funktionieren auch ohne Strom (bei batteriegestützten Modellen) und ohne Mobilfunk. In Deutschland werden Sirenen seit 2020 wieder ausgebaut, das Sirenennetz ist jedoch lückenhaft. Die wichtigsten Sirenensignale: einminütiger auf- und abschwellender Heulton (Warnung), einminütiger Dauerton (Entwarnung), dreimal kurzer Ton (Feueralarm).

    Was bei Sirene tun: Radio einschalten, NINA prüfen, Fenster schließen, drinnen bleiben.

    Related MoWaSWarntagNINA

  • Stromausfall

    Ein Stromausfall ist die kurzfristige, meist lokal begrenzte Unterbrechung der Stromversorgung – Auslöser sind Bauarbeiten, Sturmschäden, technische Defekte. Dauer typischerweise Minuten bis wenige Stunden. Im Unterschied zum Blackout bleibt das Gesamtnetz stabil und Mobilfunk meist verfügbar.

    Auch ein normaler Stromausfall legt aber bereits offen, was im Haushalt nicht ohne Strom funktioniert: Türöffner, Aufzug, Herd, Heizung, Internet. Genau deshalb ist die Vorsorge für Stromausfälle die ideale Einstiegsübung.

    Related BlackoutNotstromaggregatPowerstationKurbelradio

  • THW (Technisches Hilfswerk)

    Das Technische Hilfswerk ist die Bundesanstalt für technische Hilfeleistung im Katastrophenschutz – fast vollständig ehrenamtlich getragen, mit über 80.000 Helfer:innen in 668 Ortsverbänden. Das THW kommt zum Einsatz bei Hochwasser, Bergungen, Trinkwasseraufbereitung, Stromerzeugung, Logistik und internationaler Hilfe.

    Related KatastrophenschutzBevölkerungsschutz

  • Warntag

    Der Bundesweite Warntag findet jährlich am zweiten Donnerstag im September um 11:00 Uhr statt. Bund, Länder und Kommunen testen alle Warnkanäle gleichzeitig: NINA, KATWARN, Cell Broadcast, Sirenen, Radio, TV, Anzeigetafeln. Anschließend folgt eine Entwarnung. Sinn ist die Funktionsprüfung der Infrastruktur – und die Sensibilisierung der Bevölkerung.

    Empfehlung: Den Warntag im Kalender markieren und prüfen, welche Kanäle dich tatsächlich erreicht haben. Lücken zeigen, wo Apps fehlen.

    Related SirenenwarnungNINACell Broadcast

  • Wasservorrat (Trinkwasservorrat)

    Der Wasservorrat ist der wichtigste Einzelposten der Krisenvorsorge: ohne Wasser sind Menschen nach 3 Tagen handlungsunfähig, nach etwa einer Woche tot. Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person pro Tag, also 20 Liter für 10 Tage – plus zusätzlichen Bedarf für Hygiene und Kochen.

    Lagerung: in lichtgeschützten, sauberen Behältern, kühl, ungeöffnet 1–2 Jahre haltbar. Mineralwasser in PET-Flaschen funktioniert; Kanister mit Trinkwasserzulassung sind die platzsparendere Lösung.

    Related NotvorratSelbsthilfefähigkeit

  • Zivilschutz

    Zivilschutz ist der nicht-militärische Schutz der Zivilbevölkerung im Verteidigungs- oder Spannungsfall – Bundeszuständigkeit, geregelt im Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG). Im Frieden wird er durch den Katastrophenschutz der Länder mitgenutzt (Doppelnutzungsprinzip).

    Praktisch begegnen Privatpersonen Zivilschutz selten direkt – wohl aber seinen Strukturen: Sirenen, Schutzräume, Vorsorgeempfehlungen des BBK gehen historisch auf Zivilschutz-Konzepte zurück.

    Related BevölkerungsschutzKatastrophenschutzBBK